Niagara Fälle

Natürlich standen auch die Niagara Fälle auf unserer Liste. Von Toronto ging es mit dem Mietwagen für 130km immer den Lake Ontario entlang. Die Fahrt war eigentlich ziemlich öde, da es unterwegs nicht viel spannendes zusehen gibt. Kurz vor Ankunft fallen dann die Weinanbaugebiete auf, die ich hier irgendwie nicht vermutet hätte. Aber ein Blick bei google.maps belehrte mich eines besseren, Südkanada liegt auf den gleichen Breitengraden wie Norditalien. Auch die Fälle selbst kündigen sich durch aufsteigenden Wasserdampf an. In Niagara Fall on the Lake sollte man sich auf einen der kleinen Parkplätze stellen und auf keinen Fall in ein Hotelparkhaus. Die wollen eine Tagesgebühr von 20$ .

 

Die Niagara Fälle entstanden vor ca 12000 Jahren als das Ende der letzten Eiszeit den Eriesee überlaufen lies. Das Schmelzwasser bildete den Niagarariver, der das weiche Schiefergestein unter dem harten Kalkstein auswusch. Irgendwann brach dann der entstandende Überhang zusammen und übrig waren die Niagara Fälle. Natürlich nagte das Wasser auch die nächsten 12000 Jahre kräftig an den Fällen, so dass sie durch Erosion über 11km Richtung Eriesee wanderten. Heute wird ein Großteil der Wassermassen zu Kraftwerken umgeleitet wodurch sich der Wasserdurchfluss und somit die Erosion erheblich verringerte. Im Schnitt werden 50 bis 75% des Wassers für die Kraftwerke abgezweigt.

Die Niagara Fälle sind zweigeteilt, in einen amerikanischen und einen kanadischen Teil. Die kanadischen horseshoe falls sind wesentlich größer, hier fließt fast 90% des Wasser ab. Ein weiteres Plus für die kanadische Seite ist, dass man einen wesentlich besseren Blick hat als auf der amerikanischen Seite.

Nach der Ankunft sind wir auf direktem Weg zu den Fällen. Das gedonner und getose ist von überall zuhören. Die "Rauchsignale" sind auch nicht zu übersehen, so kann man die Fälle gar nicht verfehlen. Kurz vor den Fällen sind wir durch einen schönen kleinen Garten direkt gegenüber des Hardrock Cafes gegangen. Durch die vielen Blumen eröffnete sich ein herrlicher Blick auf diesen imposanten Wasserfall.

An den amerikanischen Fällen angekommen, welche schon ziemlich beeindruckend wirkten hat man zum ersten mal einen Blick auf das Hufeisen. Alleine durch das aufsteigende Wasser sieht man, dass sich dort wesentlich mehr abspielt. Vergleicht man die breite stehen fast 700m 330m gegenüber. Auch die Fallhöhe von mehr als 50m wird bei den kanadischen Fällen nicht durch herumliegendes Geröll unterbrochen.

Außerdem konnten wir zum ersten mal die Maid of the Mist in Aktion sehen. Uns war sofort klar, bei dem Wetter tut eine Abkühlung gut. Also runter, blaue Capes an und rauf auf's Schiff. Das Boot war zwar ziemlich voll, aber fast jeder hatte einen Platz an der Reling. Zu erst gings an den amerikanischen Fällen vorbei. Wir bekommen einen ganz schönen Wind und starken Nieselregen ab. Bereits hier war ich schwer beeindruckt. Dann ging es in das Hufeisen. Von nun an glaube ich zu wissen wie es in einem Tornado ist. Hat man sich direkt zu den Fällen gedreht konnte man kaum noch Luft holen und jetzt merkte ich wie sinnvoll diese Capes waren. Trotzdem waren wir stellenweise nass wie nach einer Dusche.

Nach einer kurzen Pause sind wir zum Table Rock House. An der Terasse direkt an der Abbruchkante gab es dann eine zweite Dusche. Die Gischt erzeugt einen starken Nieselregen, so dass alles unter Wasser steht. Nach vielen Fotos überlegten wir ob wir noch auf den Skylontower gehen sollten, haben uns dann aber doch dagegen entschieden. Die Eindrücke auf der Maid oder direkt an der Abbruchkante waren so schon überwältigend genug.

Das waren 4 Tage in Kanada. Mit Canadian Air ging es dann in einer kleinen Maschine nach New York, einem der zwei Highlights unserer Reise.