Fraser Island

über Fraser Island

Die Entstehungsgeschichte beginnt vor Millionen von Jahren. Entlang der Küste vor dem heutigen Hervey Bay häuften Meeresströmungen immer mehr Sand auf. In der letzten Eiszeit wurde diese Sandbänke trocken gelegt und es bildeten sich riesige Dünen. Als dann der Meeresspiegel erneut anstieg ragten nur noch die Spitzen aus dem Meer und Fraser Island war geboren. Auf den eigentlichen nährstoffarmen Sandböden haben sich üppige Regenwälder gebildet.

Bekannt wurde die Insel erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts. 1836 brach ein Schiff unter dem Kapitän James Fraser von Sydney in Richtung Singapur auf. Das Boot kenterte am Great Barrier Reef und sank. Der Kapitän, seine Frau und wenige weitere Besatzungsmitglieder retteten sich in ein Beiboot und ruderten zurück in Richtung Sydney. Nach gut einem Monat auf See trafen sie auf Fraser Island. Angeblich wurden sie von den dort lebenden Aborigines versklavt. Einzig die Ehefrau des Kapitän, Eliza Fraser überlebte diese qual und wurde einige Jahre später befreit und konnte nach England zurückkehren. Dort musste sie jedoch durch die vielen verstörenden Erlebnisse in eine Irrenansstalt. Diese Geschichte inspirierte viele Künster und Schriftsteller.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Insel nicht weiter beachtet. Dann jedoch erkannten die Engländer, dass auf Fraser Island eine einzigartige Baumart, die Satinay-Pinien wächst. Das Holz enthält ein Öl welches es resitent gegen Wasser macht. Somit fand das Holz vor allem im Schiffbau Verwendung, aber auch die Innenverkleidung der Oper von Sydney besteht aus Satinay-Pinie. Erst 1991 konnte der Abbau gestoppt werden und ein später Jahr wurde Fraser Island zum Weltnaturerbe erklärt.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Erde. Sie ist ungefähr 122 km lang, etwa 15 km breit und hat eine Fläche von 1600 Quadratkilometern. Wer diese Insel erkunden möchte, braucht unbedingt ein Allradfahrzeug. Da die Überfahrt nicht ganz günstig ist und wir einen 4x4 hätten mieten müssen, entschieden wir uns für eine geführte Tour. Es gibt Touren bei denen 40 Leute einen riesigen Allradbus gequetscht werden. Alternativ gibt es auch Rundfahrten mit nur 4 Personen, bspw in einem Hummer H3. Das Ganze kostet mit 210$ nur 50$ mehr als die Variante in dem Bus. Hinzu kommt, dass sogar die Verpflegung inklusive ist.

Lake McKanzie

Pünktlich um 7:30 werden wir von unserem Hummer H3 abgeholt. Das Wetter ist nicht wirklich vielversprechend. Es ist noch relativ kalt und der Himmel ist wolkenverhangen. Wir holen noch ein zweites junges französisches Pärchen ab, bevor es auf die Fähre geht. Die Überfahrt auf die größte Sandinsel der Welt dauert über eine halbe Stunde. Direkt nach der Ankunft zeigt uns der Guide was in dem Hummer steckt. Bei erlaubten 30 rasen wir mit bis zu 80 durch die engen Sandpisten. Unser erster Stopp ist am Lake Mckenzie, einer von über 100 Seen auf Fraser Island. Leider ist es noch stark bewölkt und so kam das tiefe Blau des Wassers gar nicht zur Geltung. Dennoch erlebten wir hier unsere erste Wildtiererfahrung. Direkt neben dem Weg lag eine ziemlich lange und nicht nett aussehende Schlange im Busch. Auf dem Rückweg machten wir noch ein Picknick und hier leistete uns ein Goanna Gesellschaft. Zum Frühstück gabs Kuchen und Tee, nicht das was ich mir unter einem Frühstück vorstelle, aber Lecker war's trotzdem.

Pile Valley

Nächster Halt ist Pile Valley. Hier befinden sich die letzten Satinay-Bäume. Am Parkplatz der Central Station beginnt ein Plankenweg durch den subtropischen Urwald von Fraser Island. Wir folgen dem Wanggoolba Creek in den immer dichter werdenden Wald. Gehen vorbei an Palmen, riesigen Farnen und treffen irgendwann auf die ersten Satinay Bäume mit ihren mehreren Meter dicken Stämmen. Am Ende des Wanderweges wartet schon unser Lunch. Es gab Lecker Sandwiches, Obst und ganz wichtig, Bier und Wein und das ganze serviert auf einem roten Tisch mitten im Dschungel.

75 mile beach & Eli Creek

Nach dem kleinen Mittagessen fahren wir zum 75 mile beach. Als wir an den Strand kommen, zaubert die Sonne mir ein Lächeln ins Gesicht. Über dem Meer befinden sich nur wenige Schleierwolken und die Sonne strahlt auf den Strand. Der berühmte 75 Mile Beach liegt an der Ostküste der Insel und gilt als offizieller Highway. Neben unzählig rasenden Jeeps wird die "Straße" auch als Landebahn für Kleinflugzeuge genutzt. Eins darf man an dem Strand allerdings nicht und das ist baden. Hier gibt es lebensgefährliche Strömungen und das Wasser wird sehr schnell tief. Haie sollen sich in der Gegend auch sehr wohl fühlen.

Wir fahren fast 100 km/h am Strand, ein wahnsinniges Erlebnis. Unser erster Stopp ist am Eli Creek. Er ist der größte Frischwasserfluss auf Fraser Island und mündet direkt im Meer. Auf einem Wanderweg kann man dem Fluss einige 100m in den Regenwald folgen. Wer mutig ist kann auch gleich durch den Fluss gehen. In der Regel ist er nur knietief, aber es gibt auch stellen wo er bis zu einem Meter tief ist. Das Wasser ist absolut klar, man sieht nichts, kein Blatt, kein Ast, keinen Krümel.

Wrack Maheno

Der nächste Stopp am 75 Mile Beach ist das Wrack der Maheno. Der Luxusliner ist in der Nähe während eines Zyklons im Jahre 1935 auf Grund gelaufen. Eigentlich wollten Japaner das Schiff bergen und es nach Japan schleppen. Um das Gewicht zu verringern, wurde es vorher ausgeschlachtet. So wurden zum Beispiel die Ruder und Rotoren entfernt. Das wiederrum machte das Schiff manövrierunfähig. Das Wrack kenterte ein zweites Mal direkt am Strand von Fraser Island.

Heute sind nur noch die oberen beiden Decks des Schiffes zu erkennen, denn es versinkt immer weiter im Sand. Es ist ausdrücklich verboten das Wrack zu betreten. Eine Besichtigung kann also nur von außen erfolgen.

Auf dem Rückweg trafen wir noch in der Nähe das Strandes einen Dingo. Laut DNA-Untersuchungen im Jahr 2004 leben auf Fraser Island ausschließlich „reine“ Dingos. Auf dem Festland kommt es leider immer mehr zu einer Vermischung mit dem normalen Hund.
Unser letzter Stopp sollte ein Aussichtspunkt an einer der riesigen und bis zu 240m hohen Sanddünen sein.


Wir machen uns auf den Rückweg und der wurde nochmal richtig spannend. Beim rückwärts zurückrollen auf das Boot, bemerkte ich wie nervös unser Guide wurde. Er meinte, dass die Bremse nicht mehr funktionierte und er mit der Handbremse bremsen musste. Genau in dem Moment stieg vorne auch schon dichter Rauch auf. Wir stiegen schnell aus und sahen wie es im Motorraum brannte. Das kleine Feuerchen konnte aber zum Glück schnell gelöscht werden. Eine Weiterfahrt war dennoch nicht mögich. Anscheinend war die Bremsleitung geplanzt und die Bremsflüssigkeit verteilte sich fröhlich auf dem heißen Motor und brannte. Wir wurden dann von einem anderen Wagen abgeholt und zur Lodge gebracht.

Leider sollte der Tag für uns noch nicht zu Ende sein. Wir müssen noch über 300km Richtung Norden fahren. Unser Tagesziel sollte Gladstone sein.

Regen in Queensland

Die nächsten Tage sind leider komplett ins Wasser gefallen. Schon direkt nach der Ankunft in Gladstone fing es ohne Ende an zu regnen und zu Stürmen. Am nächsten Tag sind wir dann in den Eungella National Park. Wir hatten eine Hütte oben in den Bergen gebucht mit Blick ins Tal. Leider war davon gar nichts zu sehen. Es herrschte dichter Nebel, stürmte und regnete auch hier wie verrückt. Wir hofften auf den nächsten Tag, denn eigentlich wollten wir etwas Wandern gehen aber auch daraus wurde nichts. Bei Sichtweiten von 20m macht das nicht wirklich Spaß. Also weiter nach Norden. Aber auch in Airlie Beach wurden wir entäuscht: Regen, Regen, Regen. So viel dann auch der gebuchte Rundflug übers Great Barrier Reef ins Wasser. Zum Glück war eine Stornierung kostenlos möglich.

Der Wetterbericht prophezeite für die nächsten Tage in Queensland nur Regen und für Alice Springs, unserem nächsten Ziel waren sogar Unwetter vorhergesagt.
Unsere Laune sank ins Bodenlose und wir überlegten nach Alternativen. Wir öffneten bei weatherzone.com.au die Wolkenkarte und suchten nach blauen Himmel. Überall Regen: Sydney, Melbourne, Darwin.... außer in Perth war im Umkreis von mehreren tausend Kilometern keine Wolke zu sehen. Also haben wir abends um 10 alles storniert und uns Flüge nach Perth gebucht.

Was wir dort erlebt haben, seht ihr hier.


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