Sydney

Hotel 59

Endlich sollte es nach Sydney gehen. Doch das ganze gestalltete sich schwieriger als gedacht. Das Hotel welches wir ursprünglich reserviert hatten, war für den neuen Zeitraum leider schon ausgebucht. Auf der Suche nach einem neuen Hotel mussten wir feststellen, dass so kurzfristig fast gar keine preiswerten Hotels frei waren. So hatten wir selbst am Tag der Anreise noch keine Unterkunft in Sydney. In Adelaide machten wir uns dank kostenlosem WLAN nochmal intensiv auf die Suche. Ich durchforstete Tripadvisor von oben bis unten und schrieb mir alle Telefonnummern auch kleiner Pensionen auf. Die dritte Nummer war dann zum Glück gleich ein Volltreffer. Ich fand eine Unterkunft für 3 Nächte im Hotel 59. Es ist unter den Top10 der besten B&Bs in Sydney. Für unter 100$ bekommt man ein gutes warmes Frühstück (Wert alleine 10$), kostenloses WLAN und saubere Zimmer. Natürlich kann man bei dem Preis keine 5* Ausstattung erwarten. Wir waren aber mehr als zufrieden.

Das Hotel befindet sich in Kings Cross, einem Partyviertel. Viele reden auch von einem Rotlichbezirk, ganz so extrem haben wir es aber nicht empfunden. Unsicher oder so haben wir uns aber nie gefühlt. Ganz im Gegenteil. Der Vorteil war, dass es aufgrund der Lage alle erdenklichen Schnellrestaurants gab, die bis tief in die Nacht geöffnet waren. Wir haben uns natürlich wie immer für Sushi entschieden.

Sydney die Erste

Am nächsten Morgen haben wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Wir sind einfach die Victoria Street Richtung Norden und irgendwann kurz hinter der Houghes Street nach links durch einen Innenhof. Aufeinmal standen wir vor der Skyline Sydneys.


Vorbei an ein paar schönen restaurierten Hafengebäuden und dem neuen BLUE Sydney 5* Hotel sind wir in nur ein paar Minuten im botanischen Garten von Sydney. Der Royal Botanic Garden ist nicht nur der älteste Park von Sydney, er wurde 1816 gegründet, sondern mit über 30ha Fläche auch der Größte. Der Park bietet an unterschiedlichen Punkten perfekte Aussichten auf die Skyline und auf die Harbour Bridge samt Oper. Und so war unser erstes Ziel auch "Farm Cove", denn von hier hat man einen freien Blick zum Bennelong Point auf dem sich die Oper befindet. Direkt dahinter erstreckt sich der übergroße Kleiderbügel von Sydney.

Sydney Oper

Die berühmte Oper von Sydney grenzt an den botanischen Garten und so stand unser nächstes Ziel natürlich schon fest. Die Oper ist mit Sicherheit das bekannteste Gebäude Australiens und heute ein riesiger Touristenmagnet. Vor 40 Jahren sah das noch ganz anders aus. Die Bauarbeiten starteten 1959 und die Fertigstellung war eigentlich für 1965 geplant. Der aufwändige Entwurf von dem Dänen Jorn Utzon ließ den Zeitplan aber scheitern. Allein die Dachkonstruktion musste mehrfach komplett neu entworfen werden und somit verzögerte sich der gesamte Bau und die ursprünglich berechneten Kosten explodierten. Sie stiegen von 3,5 auf über 50 millionen Pfund. 1966 wurde der Bau sogar gestoppt und der Architekt ist unvollendeter Dinge vorzeitig abgereist. Ein junges australisches Architektenteam beendete den Innenbau dann nur halbherzig. 1973, mit 8 Jahren Verspätung, konnte die Oper letztendlich eröffnet werden. Die mit über einer Millionen Kacheln abgedeckten Segel prägten die Skyline Sydneys nachhaltig und sind aus dem Stadtbild heute nicht mehr weg zu denken.
Heute ist die Oper wie schon erwähnt weltbekannt und UNESCO Weltkulturerbe.

Circular Quay & the Rocks

Nur 5 Minuten Fußweg von der Oper entfernt befindet sich er Circular Quay. Hier tobte das Leben und das nicht grundlos. An den Fähranlegern legen im Minutentakt Fähren an und ab. Dann gibt es noch einen Busknotenpunkt und die U-Bahn hat hier auch eine eigene Station. Wer eine Hafenrundfahrt machen möchte der kann entweder eine überteuerte Tour machen oder so wie wir, sich einfach ein Tagesticket kaufen und alle möglichen Touren mit städtischen Fähren duch den riesigen Hafen machen. Wir sind aber ohne Stopp erstmal weiter und gleich im Stadtteil The Rocks gelandet.

Hier landeten 1788 die ersten 11 Sträflingsschiffe. Im Laufe des 19.Jhs entstanden viele Lagerhäuser und Zolldepots. Der Verfall kam dann im 20.Jh. Das gesamte Gebiet verkam, war gefürchtet und berüchtigt. 1970 sollte das ganze Stadtviertel abgerissen werden. Ein Großteil der Bevölkerung wehrte sich und viele der Lagerhäuser wurden saniert und renoviert. Heute ist alles schick, sauber und modern. Viele hippe Unternehmen und Boutiquen haben sich hier angesiedelt und beleben das alte Viertel.

Queen Victoria Building

Bevor wir noch mal den Circular Quay besuchen, machen wir noch einen Abstecher in die Innenstadt. Wir gehen auf der George Street einfach immer Richtung Süden. Irgendwann treffen wir auf das Queen Victoria Building.

Als Monument für Queen Victoria wurde dieser Bau im Stil eines byzantinischen Palastes 1890 errichtet. Heute befinden sich in dem laut Pierre Cardin "schönstem Einkaufszentrum der Welt" auf 3 Etagen mehr als 200 Boutiquen, Restaurants und Cafes. Beim betreten den riesigen 3 Etagen hohe Weihnachtsbaum gar nicht übersehen. Die Spitze ragte bis in die Kuppel hinein.
Ganz besonders sind uns noch die 2 riesigen Uhren aufgefallen, die in den Arkarden hängen. Beide Uhren, die Royal Clock und die Great Australien Clock sind geschmückt mit beweglichen Figuren und zeigen kleine Geschichten aus der Vergangenheit Australiens.

Town Hall & St. Andrews Cathedral

Einmal quer über die Kreuzung befindet sich die Town Hall von Sydney. Das Rathaus wurde 1869 im viktorianischen Stil errichtet. Das Gebäude besitzt insgesamt 100 Räume. Der größte ist mit Sicherheit die Centennial Hall, ein Konzertsaal für bis zu 2500 Gäste. Hier befindet sich übrigens die größte Orgel der Südhalbkugel. Neben an befindet sich die St. Andrews Cathedral. Baubeginn der neugotischen Kirche war 1819 und somit ist sie das älteste Gotteshaus in ganz Australien.


Auf dem Rückweg zum Circular Quay sind wir durch die belebte Innenstadt und Fußgängerzone. Hier noch ein paar Impressionen.

Sydney Harbour

Vom Circular Quay sind wir mit der Fähre zum Darling Harbour gefahren. Das geniale an der Tour ist, dass man sehr dicht an der Oper vorbei fährt und die Harbour Bridge durchquert. Unterwegs bieten sich mehrere Ausstiegsmöglichkeiten, zum Beistpiel am Luna Park oder McMahons Point. Wir steigen am McMahons Point aus und genießen den einzigartigen Blick auf die Oper und die Harbour Bridge.

Der alte Kleiderbügel, wie ihn die Sydneysider gerne nennen wurde 1932 fertiggestellt. Die riesige und imposante Stahlkonstruktion hat ein Gesamtgewicht von 61.000 Tonnen und überspannt den Hafen auf einer Länge von 1150m. Sie verbindet die nördlichen mit den südlichen Stadtteilen und wird täglich von ca. 200.000 Fahrzeugen genutzt.
Wer nicht weiß wie er sein Reisebudget verkleinern kann, der sollte für 200$ pro Person die Brücke besteigen. Die Tour dauert 3,5 Stunden. Kameras sind aber leider verboten und somit war das Bridgeclimbing für uns gestorben.

Darling Harbour

Die Fähre endet am Darling Harbour, dem Entertainment und Shoppingviertel von Sydney. Früher standen in der alten Hafenanlage zig Lagerhäuser die nach der Weltwirtschaftskriese und dem 2. Weltkrieg nicht mehr gebraucht und genutzt wurden. Das ganze Areal ist dann nach und nach immer mehr verkommen und wurde zu einem weiteren Schandfleck, wie auch The Rocks. Ende der 80iger wurde beschlossen das ganze Gelände abzureisen und den Darling Harbour neu wiederzubeleben. Neben einer obligatorischen Shoppingmeile entstanden einige Museen, ein IMAX mit der größten Leinwand der Welt oder auch das Sydney Aquarium.

Der kürzeste Weg vom Darling Harbour in das Stadtzentrum ist übrigens die über 100 Jahre alte Pyrmont Bridge. Sie ist übrigens die erste elektrisch betriebene Drehbrücke der Welt. Heute ist sie Fußgängern und der Monorail vorbehalten.

Sydney Tower

Wir haben uns nicht allzu lang im Darling Harbour aufgehalten, denn wir wollten pünktlich vor Sonnenuntergang beim Sydney Tower sein. Der Turm ist mit 305m der zweit Höchste der Südhalbkugel und mit jährlich knap 800.000 Besuchern eine echte Attraktion in Sydney. Drei Aufzüge bringen die Besucher in nur 40 Sekunden auf die Aussichtsplattform in 268m Höhe.
Natürlich gibt es wie fast überall, auch hier ein überteuertes Restaurant plus Bar. Wer den besonderen Kick sucht, der kann die Skywalk buchen. Leider sind auch hier wieder Kameras verboten. Von hier oben überblickt man natürlich die ganze Stadt, aber leider ist die Harbour Bridge ziemlich weit entfernt und die Oper versteckt sich zwischen den vielen Hochhäusern. Aber seht selbst.


Nach diesem wirklich langen Tag schmerzten uns die Füße ohne Ende. Völlig geschafft erreichten wir unser Hotel und haben uns sofort ins Bett gepackt. Auf der nächsten Seite könnt ihr sehen was wir am zweiten Tag erlebt haben.

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