Uluru

Viele denken zum Uluru ist es nur ein Katzenspring von Alice Springs. Auf der Karte sieht das auch fast so aus, aber es sind doch über 450km durch eine ziemlich eintönige Landschaft. Unterwegs trifft man nur auf 3 kleine Ortschaften wo man seinen Tank auffüllen kann. Mehr gibt es jedoch nicht. Positiv war die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von zum Teil 130km/h. Auf keinen Fall sollte man aber die riesigen Roadtrains unterschätzen. Sie fahren trotz der bis zu 4 Anhänger ebenfalls bis zu 120 und das Überholen kann somit etwas länger dauern. Man sollte sich also ganz sicher sein, dass kein Auto von vorne kommt.

Gut 90km vor dem Uluru bietet sich ein kleines Päuschen an. Hier befindet sich südlich des Lasseter Highway der Mt. Conner. Mit dem Uluru hat er außer der Größe nichts gemein, weder geologisch noch geschichtlich. Da er sich auf Privatgelände befindet, ist ein Besuch nicht ganz so einfach. So sehen die meißten Besucher, so wie wir auch den Mt. Conner nur von der Straße aus.

Uluru

Nach gut 4 Stunden fahrt erreichen wir den Parkeingang und blechen die 25$ pro Person für das Dreitagesticket. Yulara lassen wir links liegen und fahren gleich eine Runde um den Uluru. Gut eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang fahren wir dann zum Sunsetpoint und schnappen uns noch einen der wenigen freien Plätze. Wie der Rest auch, baue ich mein Stativ auf und freue mich wie ein kleines Kind auf den Sonnenuntergang. Keine Wolke sollte uns dieses Vergnügen auch nur im Ansatz trüben und so war es wirklich unglaublich schön. Von leuchtend Orange, über tief Rot bis Lila leuchtete der Uluru.


Nach dem Spektakel sind wir nach Yulara und haben dort unser Zimmer im Lost Camel Hotel bezogen. Das "kleine" Touristenresort ist bei voller Auslastung die 4. größte Stadt im Nothern Territory. Auf dem Gelände befinden sich neben 5 Hotels und einem Campingplatz auch ein Supermarkt, eine Tankstelle und mehrere kleine auf Touristen ausgerichtete Läden. Zu den Hotels ist zu sagen, dass die Preise aufgrund der Lage deutlich überzogen sind. Wir entschieden uns für das Lost Camel, da die Bewertungen für die Outback Lodge nur mittelmäßig bis schlecht waren. Mit unserem Zimmer waren wir dann mehr als zufrieden. Die Einrichtung war modern und alles sehr sauber. Aber das haben wir ehrlich gesagt auch von dem teuersten Hotel innerhalb der 4 Wochen erwartet. Wlan gab es für überzogene 10$ pro Stunde oder für 25$ für 24h, wobei man sich immer wieder neu einloggen kann und somit die 24 Stunden mehr als ausreichend waren.

Kleiner Tipp: die Karte mit dem Wlan-Code unbedingt aufheben. Wir haben an vielen Orten, unter anderem auch Flughafen in Alice Springs, Internetstationen von dem Provider gefunden. Dort kann man dann die Karte weiter nutzen.

Am nächsten Tag erkunden wir erst mal den Uluru etwas genauer. Wir wandern einige Wege ab und waren überrascht von den vielfältigen Formen und Strukturen die der Uluru offenbart. Auf eine Besteigung des Berges verzichteten wir. Er ist eine heilige Stätte für die Aborigines, die den Berg selbst nie besteigen würden.

Kata Tjuta

Als nächstes fahren wir zu den Olgas. Die auch Kata Tjutas ("viele Köpfe") genannten Felskuppen liegen etwa 30km westlich vom Uluru. Die 36 Hügel haben ein ganz anderes Erscheinungsbild als der Uluru. Es ist kein zusammenhängender Monolith, sondern ein Komplex der von vielen Tälern durchzogen wird. Der Mt. Olga ist mit 546m der höchste Berg und überragt den Uluru mehr als deutlich.

Wir haben uns mit dem Valley of the Winds Walk und dem Olga Gorge Walk zwei Wanderungen vorgenommen. Uns sind währenddessen zwei Dinge aufgefallen. Zum einen sind kaum Touristen hier. Unterwegs sind wir maximal auf 10 Leute getroffen. Man kann also ganz in Ruhe die Umgebung erkunden. Wobei in Ruhe stimmt nicht ganz. Denn überraschendeweise wurden wir hier unendlich von der kleinen Buschfliege genervt. Am Uluru waren es vielleicht mal eine oder zwei Fliegen. Hier sind es aber 20 oder mehr die gleichzeitig auf einen zu kommen. Das einzige was etwas hilft, ist ständig wie wild durch die Gegend zu zappeln. Sieht halt nur etwas Blöd aus. Aber da ja kaum Leute da waren, war das die beste Lösung.


Die Wanderungen waren wirklich toll. Total geschafft und auch durchgeschwitzt, denn es waren mittlerweile um die 35°C, haben wir uns auf den Rückweg zum Hotel gemacht. Unterwegs trafen wir noch auf ein paar Emus und Dromedare am Straßenrand. Letztere würde man hier vielleicht nicht erwartet, aber vor gut 150 Jahren wurden diese Tiere eingeführt um bei der Erkundung des Outbacks zu unterstützen. Als die ersten Eisenbahnlinien fertiggestellt waren, wurden sie nicht mehr gebraucht und freigelassen. Heute gibt es eine Population von mehr als einer Millionen Tiere.

Hubschrauberflug

Schon am Morgen hatten wir uns aufgrund der perfekten Wettervorhersage für einen Hubschrauberflug entschieden. Zur Auswahl steht eine Liste von 15 Minuten bis 2 Stunden langen Flügen. Die Kosten liegen dabei zwischen ca. 100$ und 850$ pro Person. Glücklicherweise waren noch genau 2 Plätze für einen 36minütigen Flug vor dem Sonnenuntergang frei. Wir wurden gut eine Stunde vor Sonnenuntergang vor dem Hotel abgeholt und zum Flughafen gefahren. Während der kurzen Fahrt gab es eine kleine Sicherheitsunterweisung: nichts anfassen, nichts aufmachen und stillsitzen! Nach dem wir abheben erblicken wir sofort den Uluru, biegen aber gleich zu den Olgas ab. Nach einer Umrundung fliegen wir wieder zum Uluru und bleiben in der Luft vor ihm stehen und bewundern den Sonnenuntergang von einer ganz anderen Perspektive. Der Schatten des Berges ging bis zum Horizon und wenn man genau hingeschaut hat, konnte man den über 70km entfernten Mt. Conner erblicken. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis. Nach genau 37 Minuten landen wir wieder und sind absolut begeistert und sprachlos.


Am nächsten Tag haben wir uns gleich morgens auf den Weg nach Alice Springs gemacht, um von dort über Adelaide nach Kangaroo Island zu fliegen.

Übersicht.