Wave Rock

York

Am nächsten Morgen sind wir wieder mit dem Bus zum Flughafen und haben dort unseren Mietwagen bekommen. Netterweise bekamen wir einen Nissan X-Trail, mit dem die Fahrt durch die unendlichen Weiten Australiens bestimmt noch viel mehr spaß macht. Wir starteten gleich in Richtung Wave Rock. Vor uns standen circa 350km durch Australiens wilden Westen. Vorher machten wir aber einen Zwischenstopp in York. Hier lieferten wir unsere Koffer in unserem B&B ab und deckten uns mit Proviant für den Tag ein. Das war aber nicht der Hauptgrund warum wir nach York kamen und auch dort übernachteten.

York ist ein kleines Paradebeispiel für Architektur im viktorianischem Stil. Auf der Hauptstraße reiht sich ein schönes Haus ans andere. Am auffälligsten ist dabei ganz klar das reich verzierte Rathaus von 1911. Außerdem hervorzuheben sind das Imperial Hotel (1886) mit seinen schmiedeeisernem Ornament oder das ähnliche M.Craic Building.

Wheat Belt

Nach dem Verlassen von York fahren wir nur noch durch riesige Weizenfelder. Wir sind im riesigen Weizengürtel von Australien gelandet. Auf eine Fläche von über 150.000km²; leben gerade mal 72.000 Menschen. Das macht nur 0,5 Menschen pro km⊃2;. Zum Vergleich: in Deutschland leben 230 und in Berlin sogar 3900 Leute pro km²;. Diese nackten Zahlen äußern sich darin, dass wir immer über 50km fahren um den nächsten kleinen Ort zu erreichen. Auch kommt uns fast kein Auto entgegen und man ist quasi allein auf diesen scheinbar unendlich langen Straßen.

Wave Rock

Nach gut 3 Stunden Fahrt erreichen wir endlich den Parkplatz des Wave Rocks. Dort stehen außer einem Reisebus nur zwei oder drei Autos. Leider gehen bei dem Bus gerade die Türen auf und es steigt ein ganzes Rudel asiatischer Touris aus. Na Klasse, die tanzen jetzt bestimmt stundenlang vor der Welle rum. Nach gut 10 Minuten war dann der japanische Fotomarathon zum Glück zu Ende. Nun waren wir ganz für uns und konnten die 100m lange Welle aus allen Positionen ablichten.

2,7 Milliarden Jahre alt ist der 15m hohe Wellenfelsen. Über Jahrtausende formte das herablaufende Wasser diese Wellenstruktur. Eisenoxide und Carbonate gaben dem riesigen Felsten die heutigen markanten Strukturen.

Etwas hinter der Welle befindet sich ein Aufgang zum Plateau des Wave Rocks. Hier oben befinden sich auch noch mal einige interessante Felsformationen wie zum Beispiel den Balance Rock. Die knallende Sonne und die unzähligen nervigen Buschfliegen vertreiben uns aber relativ schnell. Als nächstes gehen wir noch zum Hipps Yawn. Diese Granitfelsformation ist mit 700mio Jahren deutlich "jünger" als der Wave Rock und soll an ein geöffnetes Nilpferdmaul erinnen, was durchaus zutrifft. Bevor wir uns auf den Rückweg nach York machten, besuchten wir noch schnell die Mulka Cave. In dieser kleinen Höhle befinden sich über 100 Handabdrücke uns es gibt bis heute keine eindeutige Erkenntnisse über die Bedeutung der Handabdrücke.


Meiner Meinung nach ist der Ausflug zum Wave Rock durchaus lohnenswert. Man bekommt an einen Tag einen klasse Eindruck von der Landschaft und Vegetation. Und der Spruch "der Weg ist das Ziel" trifft hier auch mehr als zu. Achso, unbedingt das Auto in Perth volltanken. Die Spritkosten sind in Hyden gute 30 bis 40ct höher.

Am nächsten Tag starten wir von York in Richtung Lancelin und Cervantes.

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