Sóller & Formentor

Soller

Eine Tour die wir nur 2006 abgefahren haben war die Route nach Sóller und zum Cap Formentors. Um nach Sóller zu kommen nutzten wir den erst vor einigen Jahren eröffneten Tunnel. Er erspart eine kurvenreiche Fahrt durch die Berge. In Sóller angekommen gehen wir direkt in das schöne Zentrum, dem Plaça Constitució. Am auffälligsten ist hier die Pfarrkirche Sant Bartomeu. Sie wurde bereits 1236 erbaut aber in den folgenden Jahrhunderten immer weiter verändert. Ein weiteres Highlight sind ganz klar die Bahnverbindungen nach Palma und zum Hafen Sóllers. Sie besteht seit 1912 und die Triebwagen stammen zum Teil noch aus der gleichen Zeit. Wir fuhren mit der mehr als 90 Jahren alten Bahn nach Port de Soller. Die Fahrt ist wie eine kleine Zeitreise: alles klappert, quietscht und ist herrlich laut.

Port de Soller

Port de Sóller ist ein wunderschöner Naturhafen. Die nahezu geschlossene Bucht bietet dem Hafen einen großen Schutz vor Wettereinflüssen, oder in der Vergangenheit auch vor Piraten. Im späten Mittelalter war diese Bucht stark umkämpft, wovon auch heute noch die alten Wehrtürme zeugen. An wirtschaftlicher Bedeutung gewann der Hafen im 17 Jahrhundert, als die Region rund um Sóller immer mehr als Anbaugebiet für Obst und Gemüse genutzt wurde. Der große Einbruch kam dann aber mit dem Bau der Straßenbahn. Die Waren konnten nun viel einfacher und schneller abtransportiert werden.

Damals ein Fluch, heute ein Segen. Die auch heute noch erhaltene Bahn bringt zahlreiche Touristen, wie auch uns, in die Bucht. Wir fahren direkt an dem mit Palmen gesäumten Steinstrand vorbei und steigen an der Endstation, dem Hafen aus. Die gesamte Bucht ist zum Glück bisher von großen Hotelbauten verschont geblieben und so fühlt man sich in vergangene Zeiten zurück versetzt.

Im Hafen starten viele Ausflugsboote welche die mallorquinische Nordwestküste erkunden. Wir entschieden uns für eine Fahrt nach Sa Calobra

Sa Calobra

Das Boot fährt immer der Steilküste Richtung Osten entlang. Zum Teil sind die Felswände über 200m hoch. Um so überraschender ist es als plötzlich die kleine Bucht von Sa Calobra erscheint. Das kleine Dorf ist heute ein absoluter Touristenmagnet. An einigen Tagen wird das Örtchen von mehr als 100 Reisebussen, welche die enge Sepentinenstraße verstopfen, heimgesucht und mit Leuten überschwemmt. Bei unserem Besuch war es zum Glück noch erträglich.

Unmittelbar neben der Anlegestelle beginnt der Fußweg zum Torrent de Pareis. Ein Großteil führt duch einen kleinen unbeleuchteten Tunnel. Immer wieder öffnen sich aber Blicke auf die herrlich türkisfarbene Bucht. Die Schlucht selbst ist nicht weniger schön. Sie ist die nach der Samaria Schlucht auf Kreta die zweithöchste im Mittelmeerraum. Den Strand fanden wir hingegen recht unspektakulär. Viel zu steinig und voll. Enfernt man sich vom Strand und folgt dem Bachlauf, so wird es immer ruhiger und entspannter. Erfahrene Wanderer können dem Bach bis zur Mündung entlang wandern. Diese ist aber äußerst anspruchsvoll und wird als die schwerste Wanderung auf der gesamten Insel angesehen.

Da wir nur 3 Stunden Aufenthalt haben, müssen wir uns relativ früh auf den Rückweg machen. Sollte ich noch ein drittes Mal auf Mallorca sein, dann steht der Landweg nach Sa Calobra ganz oben auf meiner Liste.

Cap Formentor

Einen weiteren Abstecher den man während seines Mallorcabesuches auf keinen Fall auslassen sollte, ist ein Besuch des Cap Formentors. Direkt hinter Port de Pollenca führt eine aufregende und mit vielen Aussichtspunkten versehende Straße auf die Halbinsel Formentor.

Bereits nach kurzer Fahrt hat man den ersten Höhepunkt erreicht, den Mirador d’es Colomer. Das dies ein besonderer Ort ist, sieht man meist an den unzähligen Reisebussen. Nach nur wenigen Schritten befindet man sich direkt an der Steilküste. Hier wurde 300m über dem Meer ein Fußweg in den Fels gehauen, der über mehrer Stufen zahlreiche Aussichtsterassen miteinander verbindet. Von so weit oben bieten sich atemberaubende Blicke über die wildzerklüftete Felsenküste. In der Tiefe tobt pausenlos das Meer und schlägt mit all seiner Kraft gegen die Felsen.

Als nächstes geht es dann weiter zum Leuchtturm. Zu erst müssen wir ein paar Serpentinen bewältigen bevor es in ein ebenes bewaldetes Gebiet geht. Erst kurz vor dem Ziel wird es noch mal richtig kurvenreich. Die Straße wird scheinbar immer enger und schlengelt sich bis zum Leuchtturm hinauf. Oben angekommen gibt es nur eine handvoll Parkplätze, so dass die schon enge Straße auch noch zu geparkt wird. Wir haben Glück und ergattern den vorletzten Parkplatz. In dem Turm befindet sich noch ein Cafe, welches bei unserem Besuch aber geschlossen war. Wir genießen die Aussicht und fragen uns welcher der Beiden Aussichtspunkte schöner ist.... Wir waren einfach von beiden begeistert.


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