Pisa & Florenz 2007

Pisa

Florenz

Florenz

Vor uns standen noch 2 Nächte in Florenz. Wir hatten ein Zimmer in einer kleinen Pension direkt am Bahnhof. Vom Gleis waren es nur ein paar hundert Meter bis zum B&B, also optimal für uns. Am Tag der Ankuft erwartete uns leider nur durchwachsenes Wetter. Es war relativ stark bewölkt und die Sonne lies sich nur selten blicken. Am Abend fing es dann sogar an zu regnen. So ließen wir den ersten Tag etwas entspannter angehen und hoben die meisten Highlights für den morgigen Tag auf.

Kathedrale von Florenz

Erster Anlaufpunkt eines jeden Florenzbesuchers ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Dom zu Florenz. Die Kathedrale ist dank ihrer riesen Kuppel und dem Glockenturm weltbekannt. Baubeginn war Ende des 13. Jahrhunderts und sollte die Antwort auf die Kirchen in Pisa, Sienna und Vendig sein. Die Bauzeit betrug aufgrund einiger Unterbrechungen genau 140 Jahre. Bereits im 16. Jahrhundert empfand man die Westfassade als unzeitgemäß und entschied sich diese umzugestalten. Da die Mittel fehlten, konnte die neue Front erst 1887 vollendet werden. Die Kuppel ist auch bis heute die größte jemals gemauerte Kuppel. Erst im 20. Jahrhundert wurden größere Durchmesser erreicht, allerdings auch nur durch die Verwendung von neueren Technologien.

Der als schönster Glockenturm der Welt geltende Campanile benötigte "nur" 25 Jahre Bauzeit und wurde 1359 fertiggestellt. Der Turm kann auch bestiegen werden und bietet von der Aussichtsplatform ein Blick über die gesamte Stadt.

Direkt vor dem Dom steht die Taufkirche San Giovanni. Die Entstehungszeit ist bis heute ungeklärt und so schwanken die Daten zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert. Somit ist die Taufkirche jedoch mindestens mehrere 100 Jahre älter als der Dom. Hauptanziehungspunkt des Baptisterium ist die Paradiespforte, das bronzene Ostportal. Auf zehn Quadraten werden biblische Episoden aus dem Alten Testament gezeigt.


Hier der Blick von Giottos Campanile über die roten Dächer von Florenz.

Palazzo Vecchio

Südlich des Doms befindet sich die Piazza della Signoria mit dem viel bekannterem Rathaus, Palazzo Vecchio. Mit dem Bau wurde 1299 begonnen und bereits 15 Jahre später konnte das majestätische Gebäude fertig gestellt werden. Es beherbergte das Parlament und war auch Schlafstätte der Abgeordneten. Der 94m hohe Turm des Rathauses prägt bis heute die Silhouette der Stadt. Vor dem Haupttor stehen als Torwächter eine Kopie von Michelangelos David und Bandinellis Herkules und Cacus. Wer das Orginal Davids sehen möchte, der muss in die Accademia delle Arti del Disegno. Hier befindert er sich seit 1873.

Direkt neben dem Palazzo Vecchio befindet sich die Loggia dei Lanzi. Sie wurde früher für Kundgebungen und Empfänge genutzt. Heute stehen hier Statuen aus den Uffizien. In München befindet sich mit der Feldherrenhalle ein ziemlich orginalgetreuer Nachbau.

Uffizien

Die Uffizien grenzen direkt an den Palazzo Vecchio und sie sind eines der ältesten Museen der Welt. Errichtet wurden die Uffizien ab 1559 und waren ursprünglich als riesiger Büro und Ministerienkomplex geplant. Bereits 1581 entschied man sich das Obergeschoß als Galerie zu nutzen. Über die nächsten Jahrhunderte wurde die Sammlung immer mehr erweitert und so kamen mit der Zeit über 1000 Werke aus dem 13. bis 18. Jahrhundert zusammen. Die bekanntesten Künstler sind Botticelli, Buonarotti, da Vinci und Raffael.

Aufgrund der Popularität des Museums ist der Besucherandrang riesig. Selbst im Spätherbst muss man mit mehreren Stunden Wartezeit rechnen. Im Sommer können es sogar gerne 6 Stunden oder mehr werden. Auch bei unserem Florenzbesuch gab es eine riesige Schlange und so verzichteten wir auf einen Besuch.

Ponte Vecchio

Wiederum keine 50m von den Uffizien entfernt befindet sich eine der berühmtesten Brücken der Welt. Schon zu Zeiten der Etrusker gab es genau an dieser Stelle einen Flussübergang. Regelmäßig wurden die einfachen Holzbrücken jedoch durch Hochwasser zerstört und so entschied man sich im Jahre 1333 eine massive Steinbrück zu errichten. Auf der gesamten Brücke wurden am Rand kleine Läden errichtet, die wie ein Balkon über den Rand hinaus ragen. Die Ladenbesitzer mussten Steuern abführen, welche für den Finanzierung der Brücke genutzt wurden. 1565 wurde dann noch über der Ladenzeile ein überdachter Übergang errichtet, der den Palazzo Vecchio mit dem Palazzo Pitti verbindet. Bis 1593 wurden die Läden nahezu ausschließlich von Schlachtern und Gerbern genutzt, die ihre stinkenden Abfälle in den Arno warfen. Als den Stadtherren der Gestank zu groß wurde, tauschte man einfach die Verursacher gegen Goldschmiede, die auch heute noch in exponierter Lage ihre Waren anbieten.

Palazzo Pitti

Das größte und opulenteste Gebäude südlich des Arnos ist ohne Zweifel der Palazzo Pitti. Der Renaissance Palast wurde ab 1458 für den Kaufmann Luca Pitti errichtet. Fertiggestellt wurde er aber erst Mitte des 18. Jahrhunderts. Bis 1919 war hier die Residenz der Herzöge der Toskana. Auf der Rückseite entstand während der Bauphase der berühmte Garten Boboli. Auch er wurde über Jahrhunderte umgebaut und erweitert. Auf dem gesamte Gelände befinden sich zahllose Statuen und Skulpturen. Meine persönlichen Highlights waren die sehr detailreiche Grotte und die zum Teil schönen Ausblicke über die Stadt.

Piazzale Michelangelo

Ein absolutes Muss in Florenz ist der Besuch des Piazzale Michelangelo. Von dem kleinen Berg südlich des Arnos bietet sich ein grandioser Blick über ganz Florenz. Der Platz wurde in der Zeit errichtet, als Florenz die Hauptstadt Italiens war. Es war ein Prestigeprojekt und sollte die Stadt aufwerten. Im Zentrum des Platzes steht eine Kopie von Michelangelos David, der die gesamte Stadt von hier oben im Auge behält. Der Platz ist Anziehungspunkt für unzählige Touristen, die leider wiederum nervige fliegende Händler anlocken.

Sonstiges

Zum Schluss noch mal zwei Ziele die vielleicht nicht bei jedem auf der Liste stehen. Auch wir sind eher durch Zufall darauf gestoßen.

Ein klasse Schlechtwetterziel ist die Markthalle von San Lorenzo am Piazza del Mercato Centrale. Die Markthalle von Florenz wurde im Jahre 1874 im technologischen Stil, wie der Eiffelturm auch, gebaut. Die Markthalle verfügt über 2 Ebenen. Im Erdgeschoß werden Fleisch, Fisch, Käse, usw. angeboten, während im Obergeschoß die Obst- und Gemüsehändler versuchen, ihre Waren an den Mann zu bringen. Für mich war es die bisher schönste Markthalle die ich gesehen habe. Zum einen war die Architektur etwas ganz besonderes und zum anderen war die Dekoration der Waren wirklich liebevoll.

Die Kirche Santa Croce, die im Jahr 1294 nach einem Entwurf des berühmten Architekten Arnolfo di Cambio gegründet wurde, ist eine der ältesten Franziskanerkirchen der italienischen Gotik. Direkt neben der Kirche liegt noch ein großer Klosterkomplex. Im Noviziat ist das Museum untergebracht, in dem die kostbaren Kunstwerke aus der Kirche und den Klostergängen ausgestellt sind. Die im Lauf des 700 jährigen Bestehens angesammelten Kunstschätze machen die Kirche zu einer der meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir kamen leider nicht dazu die Kirche von innen zu besuchen. Vor der Kirche fand an dem Tag ein Markt statt und das bunte Treiben zog unsere volle Aufmerksamkeit an sich. Besonders toll fand die ich die vielen Gewürzstände.


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