Rom 2009

1. Tag 2. & 3. Tag 4. Tag 5. Tag

2. Tag: Vatikanisches Museum

Der zweite Tag startete so wie der erste aufgehört hat, mit Regen. Was macht man mit solch einem Tag? Ganz klar, ausschlafen und danach ins Museum gehen. Natürlich besuchen wir das berühmteste Museum in Rom, das Vatikanische Museum. Mit der U-Bahn fahren wir bis zur Haltestelle Cipro/Musei Vaticani. Wir haben Glück, es gibt keine Schlange, so dass wir gleich zur Kasse weiter gehen können. Die 14€ Eintritt machen uns nicht gerade glücklich, aber naja...

Als erstes sollte es ganz klar in die Sixtinische Kapelle gehen. Also ab ins gewimmel. Unterwegs durchqueren wir zig Räume in denen hunderte kirchliche Gemälde von verschiedensten Künstlern ausgestellt sind. Nicht ganz mein Fall, aber doch ganz nett. Wesentlich interessanter fand ich die alten Gemäuer des Museums selbst. Man durchquert scheinbar ewig lange Hallen, die wunderschön gestaltet sind. Absolut begeistert hat mich die Galleria delle Carte Geografiche. An den Wänden befinden sich detailierte kartografische Darstellungen Itailiens aus dem 16. Jh. An der Decke befinden sich bestimmt über 100 Gemälde die in Gold eingerahmt sind. Die Beleuchtung erzeugt abschließend ein tolles Bild.

Irgendwann erreichen wir dann auch mal die Sixtinische Kapelle. 1483 errrichtet, finden hier bis heute die Papstwahlen statt. Blöd war, dass hier das Fotografieren verboten war und das ein haufen Museumsmitarbeiter auch darauf achteten, dass keiner eine Kamera in die Hand nimmt. Einzig allein die Deckenfresken von Michelangelo konnte ich abknipsen.

Petersdom

Nach ein paar Stunden hat uns dann die Lust verlassen und wir gehen in den Petersdom. Beim betreten wurden wir von den Eindrücken echt überwältigt. Mir war klar das die 2. größte Kirche der Welt (No.1 steht an der Elfenbeinküste) groß sein muss, aber der erste Eindruck übertraf meine Erwartungen bei weitem. Naja, über 700 Säulen, fast 400 Statuen und die 44 Altare brauchen ihren Platz und den haben sie auf den über 15000m2 definitiv.

Wir gingen durch die riesige Kirche und bewunderten die Schönheit. Fast alles hier besteht aus Marmor oder wurde mit Gold verziert. Im Zentrum befindet sich der 29m hohe Baladchin über dem Papstaltar, den Bernini zwischen 1624 bis 1633 fertigte. Für die spiralförmigen Säulen und für die Decke nutzte er angeblich Bronzeplatten, die er vorher von der Kuppel des Pantheons entfernte. Über dem Baldachin wölbt sich die Kuppel, deren Duchmesser knapp unter dem ihres antiken Vorbildes, dem Pantheon, liegt. Den Besuch der Kuppel haben wir später verschoben.

Aufgefallen ist uns auch noch eine Statue vor der sich eine Menschtraube und eine lange Schlange bildetete. Die Petrustatue wird schon seit Jahrhunderten von allen Gläubigen verehrt und sein rechter Fuß gestreichelt und geküsst. Mittlerweile ist der rechte Fuß deutlich kleiner als linke.


Wer hat wann, wieso, warum und überhapt dieses wunderschöne, übergroße Monster hingestellt?
Erste Überlegungen für einen Neubau gab es am Ende des 15. Jahrhunderts. Der fast 1200 Jahre alte Vorgängerbau wurde in den Jahrhunderten, aufgrund Plünderungen, kriegerische Ereignisse häufig beschädigt und immer baufälliger. Auch häufige Restaurierungen konnten das Gebäude nicht retten. So wurde 1506 durch Barmante der Grundstein gelegt. Nur 8 Jahre später starb er und der Bau geriet ins stocken. Erst als Michelangelo 1547 den Bauleiterposten übernahm ging es mit den nahezu ursprünglichen Plänen wieder vorran. Eine bedeutende Änderung war jedoch der zentrale Kuppelbau. Aber auch Michelangelo konnte die Kirche nicht mehr zu lebzeiten vollenden. Erst am 18. November 1626 konnte die neue Grabeskirche von Papst Urban VIII. geweiht werden. So betrug die Bauzeit mehr als 120 Jahre.

Rom am Abend

Nach einem Ausflug in ein mittelprächtiges Einkaufszentrum, sind wir abends noch mal zur spanischen Treppe. Mit der U-Bahn sind wir zur Station Spagna gefahren. Von dort sind es nur noch 100 oder 200m bis zu der opulenten Treppe. Der Piazza di Spagna war wie leer gefegt. Nur ein paar Touristen bewunderten spanische Treppe und den Fontana della Barcaccia. Nach einer kleinen Fotosession sind wir an der Via dei Condotti entlang geschlendert. Hier kam dann zum ersten mal richtiges weihnachtliches Flair auf. Denn die Nobeleinkaufsstraße war hübsch geschmückt und natürlich die einzelnen Läden präsentierten sich weihnachtlich. Am Ende der Straße sind wir auf die Via del Corso abgebogen. Auf der Haupteinkaufsstraße Roms war leider fast gar nichts mehr von vorweihnachtlicher Stimmung zu spüren. Am Piazza del Popolo sind wir wieder in die U-Bahn gestiegen Richtung Re di Roma.

3. Tag

Am 3. Tag haben noch mal einen Spaziergang durch die Altstadt von Rom unternommen. Wir sind eine ähnliche Route wie am ersten Abend abgelaufen. Als erstes sind wir erneut zum Pantheon, denn leider wurde uns ja am ersten Abend ein Blick ins Innere verwehrt. Heute stand zum Glück das riesige Tor offen und wir konnten die heilige Halle betreten. Wow,... das erste was einem ins Auge fällt ist die riesige Kuppel. Ich frage mich wirklich wie vor fast 2000 Jahren eine solche Kuppel gebaut werden konnte. Mit 43m im Durchmesser ist sie wirklich beeindruckend. Um die Stabilität der Halbkugel zu erhöhen wurde mit zunehmender Höhe immer mehr Bims- und Tuffstein zur Geweichtseinsparung eingebaut. Eine weiteres Element um die Statik zu verbessern ist die 9m große Öffnung, das sogenannte Opaion, am Scheitelpunkt der Kuppel. Sie ist neben der Eingangstür auch die einzige Lichtquelle im Pantheon. Das hineinfallende Regenwasser wird durch einen leicht zur Mitte abfallenden Boden gesammelt und dort durch kleine Löcher im Boden abgeleitet. Leider wurde das Pantheon im Jahre 609 als Kirche geweiht und es wurden alle antiken Statuen entfernt und gegen heiligen Figuren ausgetauscht. Auch wurde die goldene und bronzene Verkleidung nach und nach durch Kaiser und Päpste zur Kasse gemacht. Dennoch ist das Pantheon das am besten erhaltende antike Gebäude in Rom.


Im Anschluss sind wir noch etwas durch die Gassen geschlendert. Besonders gut hat uns die Via dei Coronari gefallen. Sie bildete im Mittelalter die optimale Verbindung zur Engelsbrücke und zum Peterdom. Die vielen Pilger lockten natürlich auch Händler an und die verkauften vor allem Rosenkränze, die früher "Corone" genannt wurden. Daher der Name der Straße. Heute säumen vor allem hochwertige Antiquitätengeschäfte die Straße, die zusammen mit den tollen und alten Häuserfassaden eine tolle altertümlich Stimmung erzeugen. An der Engelsbrücke haben wir uns wieder in den Bus gesetzt und sind zurück zum Hotel.


Für den nächsten Tag kündigte der Wetterbericht viel Sonnenschein an.